Gehalt und Aufgaben des Tierernährungsberaters

Als Tierernährungsberater:in unterstützt du Tierhalter:innen dabei, Hunde und Katzen gesund, artgerecht und passend zur individuellen Situation zu ernähren. Der Ratgeber erklärt Aufgaben, Lerninhalte, Verdienstmöglichkeiten, Voraussetzungen und Zukunftschancen dieses Berufsbildes.


Das Wichtigste auf einen Blick

  • Tierernährungsberater:innen beraten zu Fütterungsarten, Futterplänen und Futterumstellungen bei Hunden und Katzen.
  • Die Tätigkeit ist kein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz; private Anbieter bieten Aus- und Weiterbildungen an.
  • Eine Weiterbildung eignet sich besonders für Menschen mit Tierberufen, Tierhalter:innen, Züchter:innen oder Interessierte an artgerechter Ernährung.
  • Lerninhalte sind unter anderem Nährstoffe, Verdauung, individueller Ernährungsbedarf, Futterrationen und Beratungskompetenz.
  • Das Durchschnittsgehalt liegt bei rund 1.700 Euro brutto im Monat, individuelle Faktoren spielen aber eine große Rolle.
  • Die Nachfrage nach gesunder Tierernährung eröffnet berufliche Chancen, auch als Zusatzqualifikation im Tierbereich.

 

Immer mehr Tierhalter:innen wollen die Tierernährung ihrer vierbeinigen Lieblinge möglichst gesund und artgerecht gestalten. Besonders Hundebesitzer:innen sind immer mehr auf die Gesundheit und artgerechte Ernährung ihrer Hunde bedacht. Der/die Tierernährungsberater:in informiert und berät über die Vor- und Nachteile verschiedener Fütterungsarten, vom Fertigfutter bis zur Rohfleischfütterung. Er erstellt individuelle Futterpläne, wobei er unter anderem Rasse, Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und Haltungsbedingungen berücksichtigt. Auch als Zusatzqualifikation für Menschen geeignet, die bereits in einem Tierberuf arbeiten.

Tierernährungsberater:innen erläutern dem/der Halter:in, welche Art Futter und Fütterungsform für sein/ihr Tier geeignet ist, damit es gesund und fit bleibt. Tierernährungsberater:innen beurteilen fachgerecht die aktuelle Fütterung auf Grundlage von Nährwerttabellen und machen Vorschläge zu sinnvollen Änderungen bezüglich des Futters oder auch zur Umstellung auf eine andere Fütterungsart, zum Beispiel Rohfleischfütterung statt Fertigfutter.

Tierernährungsberater:innen erstellen individuelle Futterpläne, die über mehrere Wochen bis Monate gehen. Schließlich begleiten und beraten sie den/die Halter:in bei der Futterumstellung und passen die Futterpläne immer wieder an den aktuellen Stand an. Auf diese Weise ist der Zeitaufwand für den/die Tierhalter:in wesentlich geringer, da er oder sie sich nicht selbst über die verschiedenen Fütterungsarten informieren muss.

Oft kann gesundes Futter mit einem passenden Ernährungsplan ernährungsbedingten Krankheiten vorbeugen, zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes führen und den Tieren einen Besuch in der Tierarztpraxis ersparen.

Nicht nur viele Menschen, auch ihre Hunde und Katzen werden leider immer dicker. Hier findet der/die Tierernährungsberater:in einen weiteren wichtigen Aufgabenbereich. Er/sie erstellt einen Futterplan zur Gewichtsreduktion bei Übergewicht und berät den/die Tierbesitzer:in, was er bei Haltung und Fütterung verändern kann, um Hund oder Katze das Abnehmen mit einer Diät zu erleichtern.
 

Wie wird man Tierernährungsberater:in?

Tierernährungsberater:in ist kein Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Eine Lehrstelle wirst du also nicht finden. Verschiedene private Bildungsträger bieten Aus- und Weiterbildungskurse an. Art, Dauer und Inhalte sowie die Kosten der Weiterbildung können dabei sehr unterschiedlich sein. Informiere dich gründlich und vergleiche die Angebote. Wichtig für deine Entscheidung ist auch deine persönliche Situation und Motivation, dich mit diesem Wissensbereich zu beschäftigen.

So eignet sich eine Weiterbildung im Fernstudium besonders für Berufstätige oder in der Familienarbeit eingebundene Personen, auch als Zusatzqualifizierung für Menschen mit Berufserfahrung in Tierberufen, wie zum Beispiel Tiermedizinische Fachangestellte oder Tierheilpraktiker:in.

Ein Fernkurs zum Thema Tierernährung eignet sich auch für Tierhalter:innen oder Tierzüchter:innen, die sich für das Thema besonders interessieren, ihre Tiere gesund und artgerecht ernähren und sich über alternative Fütterungskonzepte informieren wollen. Die SGD bietet einen Fernkurs Tierernährungsberater/in für Hund und Katze an.

 

Berate Tierhalter mit fundiertem Ernährungswissen: In diesem Kurs lernst du, den Nährstoffbedarf von Hunden und Katzen fachlich einzuschätzen und passende Fütterungsformen einzuordnen – von Nass- und Trockenfutter bis BARF.

Starte jetzt und bereite dich darauf vor, individuelle Rationen zu planen und bei der Futterauswahl sicher Orientierung zu geben.

Was lernt ein/eine Tierernährungsberater:in?

Zu den Lerninhalten gehört Fachwissen über die natürliche und artgerechte Ernährung unserer vierbeinigen Begleiter. Auch deren artspezifische Verdauung und der Nährstoffbedarf sowie deren Physiologie werden thematisiert. Ausführlich behandelt werden muss der individuelle Nährstoffbedarf von Welpen im Wachstum oder trächtigen Tieren und auch ernährungsbedingt kranken oder übergewichtigen: Energie- und Eiweißbedarf, Vitamine, Kohlenhydrate und Mineralstoffe.

Die Zusammensetzung der Nährstoffe im Futter muss individuell auf den Vierbeiner zugeschnitten sein und auch Allergien müssen berücksichtigt werden. Futtermittelkunde zu Fertigfutter und zu selbst zusammengestellten Futtermitteln wird gelehrt. Die verschiedenen Fütterungsarten wie Fertigfütterung oder selbst zubereitete Rationen bis zur Rohfleischfütterung (BARF) mit ihren Vor- und Nachteilen werden behandelt. Auf dieses Grundlagenwissen aufbauend lernt der/die Tierernährungsberater:in, den Halter beziehungsweise die Halterin zu beraten, ihm/ihr das passende Fütterungskonzept zu empfehlen und einen Futterplan zu erstellen. Dazu gehört als Ausbildungsinhalt auch der Umgang mit dem Tierhalter und der Tierhalterin: Wie stellt man die richtigen Fragen und wie erreicht man die Kooperation des Besitzers, zum Beispiel wenn ein Tier abnehmen muss?

Lerninhalte des Fernkurses Tierernährungsberater/in für Hund und Katze an der SGD sind:

  • Wichtige Nährstoffe in der Katzen- und Hundeernährung
  • Anatomie und Physiologie der Verdauung von Hunden und Katzen
  • Individueller Ernährungsbedarf nach Rasse, Alter, Temperament, Haltungsbedingungen
  • Vor- und Nachteile verschiedener Fütterungsformen
  • Beurteilung und Optimierung von Futterrationen/Futterplänen
  • Ernährung bei besonderem Bedarf (z. B. bei Welpen oder Tieren mit Erkrankungen)
  • Beratungskompetenz und Gesprächsführung

Was verdient ein/eine Tierernährungsberater:in?

Tierheilpraktiker:in, Tierpfleger:in, Tiermedizinische Fachangestellte oder Mitarbeiter im Tierfutterfachhandel absolvieren die Ausbildung zum/zur Tierernährungsberater:in als Weiterbildung und können so durch ihr Fachwissen eine Zusatzqualifikation vorweisen. Das kann sich positiv auf die Höhe des Gehaltes auswirken, hängt allerdings auch von dem individuellen Verhandlungsgeschick ab.

Auch wer sich als Tierernährungsberater:in selbstständig machen will, sollte bereits eine Ausbildung in einem Tierberuf haben. Bei freiberuflicher Arbeit richtet sich das Honorar meist nach der Berufserfahrung und dem Kundenstamm. Ein guter Ruf und die richtige Kundenansprache sind dabei besonders wichtig. Das Durchschnittsgehalt eines Tierernährungsberaters bzw. einer Tierernährungsberaterin liegt bei rund 1.700 Euro brutto im Monat, wobei individuelle Faktoren im Einzelfall berücksichtigt werden müssen.

Welche Eigenschaften sollte ein/eine Tierernährungsberater:in haben?

Neben Freude am Umgang mit Tieren sollten Tierernährungsberater:innen

  • gerne mit Menschen arbeiten und ein gewisses Einfühlungsvermögen besitzen,
  • sich für das Thema Ernährung und Nahrungsmittel allgemein interessieren und
  • die Bereitschaft haben, sich mit Nährwerttabellen, Gewichtskurven und Futterrechnern zu beschäftigen.

Ist Tierernährungsberater:in eine Tätigkeit mit Zukunft?

Heimtiere, besonders Hund und Katze, sind heutzutage bei immer mehr Haltern echte Familienmitglieder und bekommen viel Aufmerksamkeit und Fürsorge. Futtermittelindustrie und Heimtierbedarf boomen seit Jahren. Immer mehr Tierhalter:innen sind bereit, Geld auszugeben für die gesunde Ernährung ihrer vierbeinigen Lieblinge. Beispielsweise die Hundeernährung wird bei Hundebesitzer:innen oft genauso eifrig diskutiert wie Erziehung und Ausbildung der Tiere.

Das eröffnet einem/einer Tierernährungsberater:in gute berufliche Chancen, da Tierbesitzer:innen bei ernährungsbedingten Krankheitsbildern nicht immer eine Tierarztpraxis aufsuchen müssen. Auch als zusätzliche Qualifikation zu einer weiteren Tätigkeit im Tierbereich, wie Hundetrainer:in, Tierverhaltensberater:in, Tierheilpraktiker:in oder Tierphysiotherapeut:in, hat die Tierernährungsberatung durchaus Zukunft.

Für Tierärzte ist die Ausbildung zum Tierernährungsberater:in ebenfalls sinnvoll, da Beschwerden oder Erkrankungen beziehungsweise Krankheitsbilder eines Heimtiers auch mit der Ernährungsweise zu tun haben können. Denn Haltung, Gesundheit und Ernährung sind eng miteinander verknüpft.

Was kostet eine Ausbildung zum/zur Tierernährungsberater:in?

Verschiedene private Bildungsträger bieten Kurse zur Aus- oder Weiterbildung als Präsenzunterricht oder im Fern- bzw. Onlinestudium an. Die Kurse müssen in der Regel selbst finanziert werden. Je nach Organisationsform, Spezialisierungen und Lerninhalten können die Kursgebühren sehr unterschiedlich sein. Für Tiermedizinische Fachangestellte oder Mitarbeiter:innen im Tierfachhandel übernehmen manchmal auch die Arbeitgeber die Kursgebühren. Hier lohnt sich eine Nachfrage.

Manche Anbieter spezialisieren sich auch auf bestimmte Fütterungskonzepte, wie zum Beispiel die Rohfleischfütterung (BARF). Die SGD bietet einen Fernkurs Tierernährungsberater/in für Hund und Katze an, der als förderungswürdig anerkannt ist (Bildungsprämie). Der Kurs ist sowohl geeignet für eine nebenberufliche Weiterbildung als auch für einen beruflichen Neustart.

Häufig gestellte Fragen zum Berufsbild des/der Tierernährungsberater:in

 

Um die Ausbildung zum/zur Tierernährungsberater:in absolvieren zu können, sind keine besonderen Vorkenntnisse notwendig. Sofern du die Ausbildung für berufliche Zwecke machen möchtest, solltest du Berufserfahrung in einem tierbezogenen Beruf mitbringen.

Ist man als Tierernährungsberater:in selbstständig, richtet sich die Höhe des Verdienstes nach individuellen Faktoren wie der Größe des Kundenstamms oder ob man sonstige Berufserfahrung und Qualifikationen aus anderen Tierberufen mitbringt. Das Durchschnittsgehalt liegt jedoch allgemein bei rund 1.700 Euro brutto im Monat.

Die Ausbildung als Ernährungsberater:in für Tiere ist deutschlandweit an vielen Hochschulen möglich. Die SGD bietet den Tierernährungsberater/in für Hund und Katze im Fernstudium an. Nach Abschluss des Kurses erhalten die Absolventen das SGD-Zertifikat "Tierernährungsberater/in". Die Dauer des Fernkurses beträgt 7 Monate und beinhaltet einen wöchentlichen Zeitaufwand von ca. 7 Stunden pro Woche.
 

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